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Johann Ludwig Bach
Kapellmeister, Komponist
getauft 6.2.1677 Thal, begraben 1.5.1731
Meiningen
Bach wuchs wie sein 8 Jahre jüngerer Vetter Johann Sebastian in
einem musikalischen Haushalt auf. Bereits 1699 als "Hoboist und Laquay"
am Meininger Hof tätig, übernahm Bach im Mai 1703 das Amt als
Pageninformator und Kantor. Neben dem Unterricht der Pagen in Religion,
Schreiben, Rechnen, Geschichte, höfischen Etiketten war er für
die Betstunden, die Führung der Kirchenbücher und die sonntägliche
Intonierung des Chorals im Gottesdienst verantwortlich.
Nach dem Tode Herzog Bernhards I. (April 1706), bewarb er sich erfolglos
um das Eisenacher Kantorat. Nach Georg Caspar Schürmanns Weggang
aus Meiningen oblag Bach die Verwaltung der Instrumente des Hofes sowie
die Komposition von weltlichen Werken, u. a. für die Ausgestaltung
von Hoffesten in Meiningen und Coburg. 1711 erfolgte die Übernahme
des Hofkapellmeister-Amtes.
1726 führte Johann Sebastian Bach mehrere Kantaten Johann Ludwig
Bachs in Leipzig auf. Von J. L. Bachs weltlichem und geistlichem Werk
ist nur ein Bruchteil erhalten. Das eindrucksvollste Werk der überlieferten
geistlichen Vokalmusik ist die Trauermusik auf den 1724 verstorbenen Herzog
Ernst Ludwig I. von Sachsen-Coburg-Meiningen.
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