Kurz-Biographie
Max Reger

Komponist, Pianist, Dirigent, Hofkapellmeister
* 19.3.1873 Brand, † 11.5.1916 Leipzig

Gern nimmt Reger die Berufung zum Hofkapellmeister Herzog Georgs II. von Sachsen-Meiningen per 1. Dezember 1911 an. Ganz bewußt trat er das Erbe Hans von Bülows an und profilierte die Hofkapelle vor allem mit eigenwilligen Interpretationen der Klassiker. Seine geradezu archäologisch anmutende Suche nach verborgenen motivisch-thematischen Zusammenhängen und die daraus erwachsende überformende Auffassung insbesondere der Brahms-Sinfonien führte zu Auseinandersetzungen mit Fritz Steinbach.

Der tägliche Umgang mit dem qualitätvollen Klangkörper inspirierte Reger zur Komposition von mehr als 20 Orchesterwerken verschiedener Stilrichtungen, darunter das dem Herzog Georg II. gewidmete "Konzert im alten Stil" op. 123, die "Romantische Suite" op. 125 und die "Vier Tonbilder nach A. Böcklin" op. 128.

Das Bestreben, neben der Hofkapellmeistertätigkeit samt atemberaubenden Tourneeplänen, dem Unterricht am Leipziger Konservatorium auch dem Bild des reisenden Interpreten zu entsprechen, erwies sich als kräfteraubender Spagat. Übermäßig genoß Reger Alkohol und Nikotin. Am Ende der dritten Meininger Konzertsaison erlitt er einen körperlichen und seelischen Zusammenbruch, der ihn am 6. April 1914 zur Aufgabe seines Amtes bewog. Während des verordneten Arbeitsverbotes in Meran und Schneewinkl entstanden u. a. die Mozart-Variationen für Orchester op. 132. Gewidmet ist Regers wohl populärstes Orchesterwerk der Meininger Hofkapelle.

Die nach der Rückkehr des nunmehr freischaffende in Meiningen tätigen Komponisten folgende erneute Arbeitsphase brachte zahlreiche neue Werke hervoReger Unter dem Eindruck des Krieges begann Reger mit der Komposition eines mehrsätzigen Requiems für Soli, Chor, Orchester und Orgel. Reger folgte Karl Straubes Rat, die Komposition abzubrechen. Die daraus erwachsene Schaffenskrise überwand er erst mit dem Umzug nach Jena im März 1915.
Diese Seite drucken / © 2008 Meininger Museen