Kurz-Biographie
Richard Strauss

Komponist, Dirigent
* 11.6.1864 München, † 8.9.1949 Garmisch


Hans von Bülow wurde 1881 auf den Sohn des hochgeschätzten Münchner Hornisten Franz Strauss aufmerksam. Nach anfänglich negativem Urteil über die Fünf Klavierstücke op. 3 interessierte er sich für die Es-Dur-Serenade op. 7 und nahm diese nach der Aufführung am 26. Dezember 1883 in das Repertoire der Hofkapelle auf. S.' Bläsersuite B-Dur op. 4 wurde maßgeblich von der renommierten Meininger Bläsermusik um Richard Mühlfeld inspiriert und unter Leitung des Komponisten am 18. November 1884 uraufgeführt.

Am 4. März fand 1885 in einem "Extra-Concert" die Uraufführung von S'. Konzert für Waldhorn Es-Dur op. 11 mit dem Solisten Gustav Leinhos in Meiningen statt. In der Nachfolge Franz Mannstädts wurde S. auf Bülows Betreiben zum 1. Oktober 1885 als Kapelldirektor und Bülows Stellvertreter eingestellt. Unter den weiteren Bewerbern hatten sich z. B. Gustav Mahler, Jean Louis Nicodé und Felix Weingartner befunden. Bülows berühmtester Schüler debütierte im 2. Abonnementskonzert am 18. Oktober 1885 in Anwesenheit von Johannes Brahms als Pianist mit Mozarts Klavierkonzert c-Moll KV 491 sowie als Dirigent mit seiner Sinfonie f-Moll op. 12. Bei der 25. Oktober 1885 stattfindenden Uraufführung von dessen 4. Sinfonie war S. ebenfalls anwesend. Seit Bülows Rücktritt am 1. Dezember 1885 stand er an der Spitze der Meininger Hofkapelle.

Lebhaft interessierte S. sich während seines halbjährigen Meininger Engagements auch für die Proben und Aufführungen des Meininger Schauspielensembles. Sein Abschiedskonzert von Meiningen war das gemeinsam mit Brahms musizierte Festkonzert zu Ehren des 60. Geburtstages von Herzog Georg II. Seine Entscheidung, sein Amt mit dem des 3. Kapellmeisters an der Münchner Hofoper zu wechseln dürfte auch maßgeblich mit dem Engagement des mit ihm befreundeten Violinisten Alexander Ritters dorthin zusammenhängen.
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