Thema: THEATER IN MANNHEIM ZWISCHEN 1850 UND 1910

DIE TONKUNST, Juli 2026, Nr. 3, Jg. 20 (2026)

Im 15. Jahrhundert lässt sich beobachten, dass sich die Cantus-firmus-Verarbeitungen pluralisieren: Paraphrasen, Zitate, Motivverarbeitungen oder vollständige Übernahmen mehrstimmiger Komplexe halten Einzug in das Komponieren. Dieses Modell wird im 16. Jahrhundert sodann perfektioniert: Strukturgeber einer mehrstimmigen Komposition ist immer öfter eine andere Komposition. So erlebte der Prototyp der Parodiemesse im Fortgang des Jahrhunderts nicht nur seine Hochkonjunktur, sondern lief allen anderen Messtypen quantitativ den Rang ab. Ausgehend von dieser Beobachtung stellt das Juli-Heft der TONKUNST spannende Fragen an das mehrstimmige Repertoire: Welche Kriterien haben Komponisten bei der Wahl ihrer Vorlagen beeinflusst? Waren in erster Linie Text und Musik ausschlaggebend, oder auch außermusikalische Faktoren, die von arbeitsökonomischen Beweggründen über die Einreihung in Traditionslinien, der bewussten Nutzung populärer zeitgenössischer ›Schlager‹ bis hin zu Momenten der Identitätsstiftung reichen? Das Themenheft nimmt die vielfältigen Verfahren des Parodierens, Nachahmens und Imitierens als eine der zentralen kompositorischen Handlungsfelder der Frühen Neuzeit aus der Perspektive mehrerer Gattungen in den Blick.

<< alle Ausgaben
THEATER IN MANNHEIM ZWISCHEN 1850 UND 1910
PARODIEREN, NACHAHMEN, IMITIEREN

Die Ausgabe ist noch nicht verfügbar.
Als PRINT-AUSGABE vorbestellen
(EUR 25.- zzgl. Porto)
Weitere Ausgaben

April 2010
MUSIK IN DÄNEMARK
Januar 2017
ERSTE WERKE. MUSIKTHEATER IM 21. JAHRHUNDERT
Januar 2015
JOHANN ADAM HILLER
April 2015
PHÄNOMEN SKIZZE
April 2016
MIECZYSŁAW WEINBERG IN DER ÄRA BREŽNEV
Januar 2019
MUSIK UND FRIEDEN IN DER FRÜHEN NEUZEIT
April 2007
Unsere Nummer 2
^